Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung

Durch den medizinischen Fortschritt und eine verbesserte Pflege, Betreuung und Förderung haben auch Menschen mit einer geistigen Behinderung eine deutlich gestiegene Lebenserwartung und diese Entwicklung wird sich zukünftig fortsetzen.

1 In Westfalen-Lippe werden nach Berechnungen der Katholischen Hochschule NRW (Münster) im Jahr 2030 rund 11.800 über 60jährige Menschen mit geistiger Behinderung leben (2010: 2.652). Bis 2030 werden fünf Mal so viele Menschen mit geistiger Behinderung über 60 in Westfalen-Lippe leben.  

Je älter Menschen mit einer geistigen Behinderung werden, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen altersspezifischen Bedarf an Pflege und Betreuung entwickeln. Menschen mit einer geistigen Behinderung erkranken häufig schon sehr früh an einer Demenz, vor allem Menschen mit Down-Syndrom haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Die Unterstützung und Versorgung dieser Personengruppe stellt die Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Mitarbeitenden von neuen Herausforderungen.

Aufgrund der steigenden Nachfrage aus Einrichtungen der Behindertenhilfe hat das Demenz-Servicezentrum Münsterland seit 2010 drei große Fachtagungen und eine Praxiswerkstatt zum Thema Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung mit großem Erfolg durchgeführt. Der Wunsch der Teilnehmenden nach weiterführenden Informationen zum Thema wurde mit der Entwicklung einer umfassenden Fortbildungsreihe „Begleitung von Menschen mit Demenz und geistiger Behinderung“ entsprochen. Im Herbst 2012 wurde die 10-tägige Fortbildungsreihe erstmalig vom Demenz-Servicezentrum Münsterland mit großem Erfolg im Kreis Warendorf durchgeführt. Weitere Schulungen führen die Demenz-Servicezentren Ostwestfalen-Lippe sowie das Demenz-Servicezentrum westliches Ruhrgebiet durch.

FortbildungsteilnehmerInnen der ersten Fortbildungsreihe Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung

Das Demenz-Servicezentrum Münsterland ist im Arbeitskreis der Landesinitiative Demenz-Service-Nordrhein-Westfalen „Demenz und Behinderungen“ vertreten.

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1Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbei, Mitteilung vom 10.12.10 http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=23468#.UNR6niMwe71